Angst vor der Transportbox muss nicht sein!
Deine Katze verschwindet spurlos, wenn sie die Transportbox sieht? Stress schon vor der Fahrt zum Tierarzt muss wirklich nicht sein. Lass mich dir erklären, wie ich meinen Kunden und ihren Tieren die Angst Stück für Stück nehme.
Die Wahl der richtigen Box
Bevor wir loslegen müssen natürlich die Voraussetzungen stimmen, daher fangen wir bei der Auswahl der richtigen Box an. Dafür müssen wir einige Punkte beachten:
groß genug, damit die Katze bequem stehen und ausgestreckt liegen kann. Niemand ist gerne in einer Sardinenbüchse eingequetscht!
trotzdem gut zu transportieren, am besten mit einem Griff auf der Mitte des Deckels
stabil. Stofftaschen sind zwar sehr bequem, schützen deinen Stubentiger aber in Unfallssituationen nur schlecht bis gar nicht.
sicher schließend. Ein kleiner Druck und die Box springt auf? Brauchen wir nicht.
Dann ab ins Training!
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können wir mit dem Training starten.
Zuerst bekommt die Box einen festen Ort im Wohnbereich. Stattet sie ruhig mit einer Decke im Inneren (für den Extra-Komfort) und einer Decke oben drüber aus, Kuschelhöhlen werden gerne angenommen. Zusätzlich könnt ihr für den Anfang das Gitter entweder demontieren oder mit einem Kabelbinder oder Band befestigen, damit es sich nicht aus versehen bewegt.
Lasst die Katze zur Box kommen, nicht andersrum. Um das Ganze zu beschleunigen streut gerne immer mal wieder ein paar Leckerchen in der Nähe aus. Wenn sie die anfängliche Angst überwunden hat und zuverlässig ihre Leckerli aufsammelt geht ihr einen Schritt weiter und setzt euch jedes Mal, wenn es Leckerchen gibt, neben die Box. Funktioniert auch das könnt ihr langsam anfangen, die Leckerchen immer näher an den Eingang zu legen bis sie vorne in der Box liegen. Orientiert euch dabei an eurer Katze: ein wenig ängstlich hingehen ist okay, wenn sie plötzlich nicht mehr kommt wart ihr zu schnell.
Wenn ihr an diesem Punkt angekommen seid könnt ihr im Alltag zusätzlich zum Training immer mal wieder Snacks in die Box werfen.
Sobald eure Katze zuverlässig die Leckerchen im Eingang der Box nimmt könnt ihr diese immer weiter nach hinten legen.
Jetzt geht’s ans größte Problem: die Box geht zu!
Super, deine Katze hat keine Angst mehr vor der Box an sich. Vielleicht schläft sie ja mittlerweile sogar drinnen? Dann kann es jetzt mit der Tür weitergehen.
Dafür macht ihr diese ein wenig lockerer, sodass sie sich leicht vor und zurück bewegen kann. Dann führt ihr eure Katze mit Snacks in die Box, sodass sie drin sitzen bleibt. Immer, wenn ihr ein Leckerchen gebt während sie in der Box sitzt, bewegt sich die Tür ein ganz kleines bisschen. Ist das schon zu viel? Kein Problem, macht kleinere Schritte: Tür nur anfassen, Hand Richtung Tür bewegen, Hand heben. Arbeitet in dem Tempo, das für eure Katze passt!
Als nächstes verändert ihr die Beweglichkeit der Tür immer mehr, bis sie irgendwann ganz kurz zu geht. Danach direkt wieder öffnen und eure Katze belohnen! Das funktioniert zuverlässig? Sehr gut, dann könnt ihr das nächste Leckerchen durch die Tür geben. Sie nimmt es? Perfekt!
Nun müsst ihr das Ganze noch etwas festigen mit regelmäßigen Wiederholungen.
Ich war zu schnell, ist jetzt alles für die Katz‘?
Nein, natürlich nicht. Geht ein paar Schritte zurück, bis die Katze sich wieder Wohlfühlt mit der Situation. Von dort startet ihr dann erneut. Oft wird eine neue Box empfohlen, das ist aber meistens nicht notwendig. Damit die Katze sich wieder sicher fühlt achtet im Training verstärkt auf ihre Körpersprache. Sie geht selbstsicher vor? Alles klar, wir können einen Schritt weitergehen. Sie ist sich noch unsicher? Auch nicht schlimm, bleib bei dem jetzigen Schritt oder geh vielleicht nochmal einen halben Schritt zurück, um ihr mehr Sicherheit zu geben.
Euch reicht das Schließen der Transportbox nicht? Ihr könnt das Ganze natürlich beliebig weiterführen. Erst das anheben üben, dann die ersten Schritte in der Box, bis zum Auto, die Autofahrt selbst etc. Eventuell habt ihr ja sogar Lust, in der Box spazieren zu gehen oder bringt eurer Katze bei, die Tür selbst zu schließen?
Viel Spaß und Erfolg beim Üben, ich freue mich auf eure Erfolgsgeschichten.
Nehmt euch gerne die Zeit, mir ein Feedback dazulassen 😉
